Proteine in der Hundeernährung
PhilStev von Getty Images

Ernährung + Gesundheit

Was du über Proteine in der Hundeernährung wissen solltest...

Lösen wir uns von der Erklärung, das der Hund vom Wolf abstammt und in unseren Hirnen bei der Frage, was im Napf des Hundes landen soll sofort das Wort FLEISCH aufpoppt. Das ist zwar nicht falsch aber auch nicht so richtig richtig. Denn der Hund benötigt nicht Fleisch, er benötigt die Proteine aus dem Fleisch, und zwar besonders vielfältig aufgebaute Proteine.

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Nichts wird bei dem Thema Hundefutter mit einer höheren Wichtigkeit bedacht als das Thema Protein für Hunde.

Das hat einerseits natürlich seine Berechtigung, denn Proteine sind für Hunde lebensnotwendig. Andererseits muss man sich doch die Frage stellen, warum dieses Thema so hochgekocht wird, wo das Thema Protein bei uns Menschen zum Beispiel ausschließlich bei Sportlern und Bodybuildern wirklich Thema ist…

Ich stelle jetzt einfach mal die Vermutung in den Raum, dass es „Marketing“ gemacht ist.

Haben wir auf der einen Seite die Futtermittel-Hersteller, die uns ihr Fertigfutter anbieten und immer DEN HÖCHSTEN FLEISCHANTEIL in ihrem Futter haben und auf der anderen Seite haben wir die Fraktion, die uns vor einem zu hohen Fleisch oder Proteinanteil waren wollen!
Insbesondere die Thematik BARF lässt das Thema Protein in den Fokus der Kritik geraten.

Die zweite Fraktion ist eher im Bereich der Tierärzte und indirekt der Futtermittel-Industrie zu finden.

Somit erscheint das Thema Proteine für Hunde immer und immer wieder in dem Alltag eines Hundehalters.

Lass uns dem doch mal auf die Spur gehen… was ist das denn jetzt für n Hickhack mit den Proteinen?

Inhaltsverzeichnis

Kopie von Pinterest Vorlagen NEU (14)

Hochwertiges Eiweiß für Hunde

In verschiedenen Proteinquellen – ich sage jetzt mal mit Absicht nicht Fleisch – stecken immer unterschiedliche, aus Aminosäuren, zusammengesetzte Proteine.

Vielleicht hast du schon mal von der ein oder anderen Aminosäure gehört?

Zum Beispiel: 

Arginin, Histidin, Leucin und Tryptophan

 

Diese und andere (es gibt 20  verschiedene, die für unsere Hunde wichtig sind) Aminosäuren sind für verschiedene Stoffwechselvorgänge im Organismus verantwortlich.

Sie dienen beispielsweise als Bausteine für Enzyme und Hormone, sorgen dafür das ausreichend Muskelmasse und Körperzellen gebildet werden und beteiligen sich am Fettstoffwechsel.

Aminosäuren machen noch viel mehr aber das würde den Umfang dieses Textes sprengen…

Von jenen 20 Aminosäuren, die es gibt, sind einige essentiell also lebensnotwendig, einige sind nur dann von Nöten, wenn besondere Belastungen des Organismuses bestehen und wieder andere können sogar vom Körper selbst zusammengebaut werden.

Faszinierend, oder?

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Wie viel Protein braucht der Hund?

Je mehr desto besser! 90% Fleisch und tierische Nebenprodukte? Mega!

Ja, nein. Von dieser Art des denkens machen wir uns mal frei, bitte.

Denken wir so:
Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren, 10 davon sind essentiell und müssen über das Futter zugeführt werden.
Das kannst du dir wie eine Kette vorstellen, die einen Namen ergeben soll.
Fehlt ein Buchstabe, bildet sich kein Name. Fehlt ein Protein, kann der Hund die Proteinquelle nicht ordentlich nutzen.

Es kommt also auf die Aminosäuren-Struktur und ihre Wertigekeit an!

Die Wissenschaft gibt eine Menge von ca. 5,5 Gramm verdauliches Protein (vRP) pro metabolisches Körpergewicht des Hundes¹ an.
Die Konstitution des Hundes, also sein Befinden, Alter, Krankheit, Aktivität muss hier berücksichtigt werden.

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Wo sind Proteine für Hunde drin?

Im Prinzip besteht jedes Lebensmittel aus Proteinen, die einen haben mehr die anderen haben weniger Proteine.
Interessant ist für uns natürlich besonders die Wertigkeit der Proteine, also welche Proteine für unsere Hunde gut verstoffwechselbar sind (oder, wie wir sie für den Hundeorganismus gut verwertbar machen können) und welche Proteine aus jenen Aminosäuren bestehen, die essentiell also lebensnotwendig für unsere Hunde sind.

Proteine mit einer hohen Wertigkeit finden sich zum Beispiel im Muskelfleisch von Rind, Schaf, Wild und Geflügel. Aber auch Ei und Fisch enthalten hochwertige Proteine.

Pflanzliche Proteine Hund

Pflanzliche Proteine für Hunde

Erstaunlicherweise, sind es aber nicht nur tierische Proteine, die für unsere Hunde in Frage kommen. 

Schauen wir uns das mal an einigen Beispielen an: 

Je 100g²:
Rindfleisch, roh = 29,1g
Geflügelfleisch, roh = 28,9g
Hühnerei, gekocht = 13,2g
Joghurt = 3,9g
Sojamehl = 51,5g
Weizenkeime = 29,2g
Haferschleim / Kleie = 18,5g
Linsen, gekocht = 11g
Kichererbse, gekocht = 7,4g

Du siehst, Hülsenfrüchte können durchaus mithalten, wenn es um den Gehalt an Protein geht. Und auch Soja ist durchaus in der Lage den Proteinbedarf deines Hundes zudecken.

Besonders Hunde mit Allergien können, durch die Ergänzung von pflanzlichen Proteinen, einen sehr umfangreichen Speiseplan genießen, ohne mit etwaigen Allergieauslösern in Kontakt zu kommen.

Bei der Verwendung von pflanzlichen Proteine für Hunde kommt es zumeist auf die Kombination der verschiedenen Quellen an, damit alle essentiellen Aminosäuren gedeckt werden.

Solltest du nur  1, 2 oder 3 Mahlzeiten in der Woche mit pflanzlichen Proteinen aufwerten wollen, dann sollte das ohne große Probleme und Kombinationen möglich sein.

 

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Hunde vegan oder vegetarisch ernähren

Eine Veggie-Ernärhung für Hunde bedarf ein klein wenig mehr „Fachwissen“ bzw. Rechenarbeit und es besteht die Gefahr, dass Fehler bei der Rationsberechnung passieren.

Solltest du es in Erwägung ziehen, deinen Hund auf eine rein vegetarische oder vegane Ernährung umzustellen und den  Proteinbedarf deines Hundes ausschließlich durch pflanzliche Proteine zu decken, solltest du einen Fachmann oder eine Fachfrau um Hilfe bitten.

Meine Empfehlungen:

Dr. Julia Fritz – Napfcheck
Website

Natalie Dillitzer – Futtermedicus
Website

So berechnest du, wie viel Protein dein Hund braucht

Wie bereits eingangs geschrieben, benötigt dein Hund circa 5,5g verdauliches Rohprotein pro metabolisches Körpergewicht.¹

Das bringt dich ohne Rechenweg natürlich nicht viel weiter. 
Also zücke jetzt deinen Taschenrechner, wir berechnen die benötigte Menge Protein für deinen Hund.

Rechenweg:
1. Berechne das Metabolisches Körpergewicht deines Hundes (Stoffwechselgewicht)

Gewicht in Kg0,75

2. Berechne den Proteinbedarf

Stoffwechselgewicht x 5,5g

Ein Beispiel:
Johnny wiegt 30Kg
sein Stoffwechselgewicht ist 12,82

Sein Proteinbedarf liegt bei 5,5g je Stoffwechselgewicht pro Tag

12,82 x 5,5 = 70,51 g 

So hoch sollte der Proteingehalt im Hundefutter sein

Hier findest du bald einen PROTEINRECHNER!

 

Ist zu viel Protein für Hunde schädlich?

Eine Überversorgung mit Proteinen kann für Hunde durchaus schädlich sein. 
Laut Meyer / Zentek besteht eine Überversorgung mit Proteinen ab der 4fachen Menge der empfohlenen Tagesdosis von 5,5g pro Kg Stoffwechselgewicht.
(also 20 – 30g Protein)

Erhält dein Hund über einen gewissen Zeitraum mehr Protein als er wirklich braucht, müssen Leber, Niere und Darm für einen „Abtransport“ aus dem Körper sorgen.
Dabei werden Leber und Niere unnötigt belastet und die Darmflora kann sich ungünstig verschieben.

Im schlechtesten Fall bekommt dein Hund über sein Futter zu viel Eiweiße und zu wenig Fett.
Das würde dafür sorgen, dass der Organismus gezwungen ist, aus Proteinen Energie zu gewinnen.
Die dabei enstehenden Stoffwechselnebenprodukte schaden insbesondere der Niere!

Sorge dafür, dass dein Hund einen angepassten Proteingehalt mit seinem Futter erhält.

-> Nimmt dein Hund trotz großer Futtermenge ab, dann solltest du unbedingt DIESEN TEXT über die Energieversorgung deines Hundes lesen.

Steffi
Steffi

ist Ernährungstherapeutin für Hunde und befasst sich seit 2007 intensiv mit der naturnahen Fütterung von Hunden. Sie hilft in ihrer Ernährungsberatung Hundehaltern dabei die beste Fütterungsmethoden für ihren Hund zu ermitteln.

Quellen:
1. Meyer / Zentek, Ernährung des Hundes

2.

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